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Löwenzahnhonig selber machen ist eine schöne Frühlingsküche für Tage, an denen die Wiesen gelb leuchten. Er schmeckt blumig, leicht karamellig und zitronig, obwohl kein echter Honig im Glas landet.
Die Methode ist einfach, braucht aber Geduld. Der Blütensud zieht über Nacht, danach kochst du ihn langsam ein. So wird daraus ein streichfähiger Sirup, der auf Brot, Pfannkuchen und im Tee richtig gut passt.
Goldene Blüten, klarer Sirup
Für guten Löwenzahnhonig brauchst du offene Blüten mit sauberem Duft, eine helle Zitrone und normalen Zucker. Pflücke nur dort, wo du sicher bist, dass die Pflanzen unbehandelt sind.
Die University of Wisconsin Extension beschreibt Löwenzahnblüten als essbar und empfiehlt, sie nur unbehandelt zu verwenden und gründlich zu waschen.
- Löwenzahnblüten. Sie geben Farbe, Duft und den leicht herben Frühlingsgeschmack.
- Wasser. Daraus entsteht der Blütensud, der später eingekocht wird.
- Zucker. Er sorgt für Süße, Glanz und die sirupartige Konsistenz.
- Zitrone. Saft und Schale bringen Frische und halten den Geschmack klar.
- Vanille. Eine kleine Menge rundet den blumigen Ton ab, ohne ihn zu überdecken.
Löwenzahnhonig selber machen
- Blüten vorbereiten. Schüttle die Blüten sanft aus, zupfe möglichst viele gelbe Blütenblätter ab und spüle sie kurz in kaltem Wasser.
- Sud kochen. Gib Blüten, Wasser und Zitronenscheiben in einen Topf. Koche alles 10 Minuten leise, dann nimm den Topf vom Herd.
- Ziehen lassen. Decke den Topf ab und lasse den Sud 12 Stunden ziehen. So wird das Aroma voller und die Farbe kräftiger.
- Abseihen. Gieße den Sud durch ein feines Sieb mit Mulltuch. Drücke die Blüten gut aus, ohne das Tuch zu zerreißen.
- Mit Zucker einkochen. Koche den klaren Sud mit Zucker, Zitronensaft und Vanille offen 60-75 Minuten. Rühre öfter, besonders gegen Ende.
- Konsistenz prüfen. Tropfe etwas Sirup auf einen kalten Teller. Wird er nach einer Minute dickflüssig, ist er fertig.
- Heiß abfüllen. Fülle den heißen Sirup in sterile Gläser, verschließe sie und lasse sie abkühlen. Danach in den Kühlschrank stellen.
Der richtige Pflückmoment
Pflücke an einem trockenen Vormittag, wenn die Blüten offen sind. Nasse Blüten bringen weniger Duft in den Topf und lassen sich schlechter auszupfen. Greife nur zu kräftig gelben Köpfen. Geschlossene Knospen und schon fusselige Blüten bleiben besser stehen.
Ein bisschen Grün darf dabei sein. Zu viel davon macht den Sirup aber kantig. Wenn du einen besonders milden Geschmack möchtest, nimm dir die Zeit und zupfe die gelben Blütenblätter aus den Körbchen.
Wann der Sirup fertig ist
Löwenzahnhonig dickt beim Abkühlen deutlich nach. Im Topf soll er daher nicht wie fester Honig wirken, sondern glänzend und langsam vom Löffel laufen. Ein Thermometer hilft. Bei etwa 104-105 °C ist der Sirup meist kräftig genug eingekocht.
Die University of Minnesota Extension erklärt, dass Zucker in Fruchtaufstrichen Wasser bindet und dass Temperaturtests bei Gelees eine verlässliche Orientierung geben. Für diesen Blütensirup bleibt der kalte Teller trotzdem der beste Alltagstest.
Sauber abfüllen
Arbeite mit kleinen Gläsern, damit ein geöffnetes Glas nicht wochenlang herumsteht. Wasche Gläser und Deckel gründlich. Für sterile Gläser empfiehlt das National Center for Home Food Preservation, leere Gläser 10 Minuten in kochendem Wasser zu behandeln, mit längerer Zeit in höheren Lagen.
Dieses Rezept ist als Kühlschrankaufstrich gedacht. Wer Gläser im Vorratsschrank lagern möchte, sollte eine geprüfte Einkochanleitung mit passender Säure, Glasgröße und Einkochzeit verwenden.
Feine Varianten
Orange statt Zitrone macht den Sirup weicher und runder. Ein kleines Stück Ingwer gibt Wärme, sollte aber nur kurz mitziehen. Rosmarin passt ebenfalls, wenn du den Löwenzahnhonig später für Käse, gebackenes Gemüse oder Salatdressings nutzen möchtest.
Bleib bei kleinen Mengen Zusatzaroma. Löwenzahn ist zart. Zu viel Gewürz schmeckt schnell wie Kräutersirup und nimmt dem Glas seine helle, blumige Art.
Lagern und verwenden
Stelle die abgekühlten Gläser in den Kühlschrank und verbrauche den Löwenzahnhonig innerhalb von etwa einem Monat. Entnimm ihn immer mit einem sauberen Löffel. Wenn Geruch, Farbe oder Oberfläche ungewohnt wirken, entsorge das Glas.
Am besten schmeckt er auf warmem Toast, in Naturjoghurt, über Pfannkuchen oder in heißem Wasser mit Zitrone. Für Dressings reicht schon ein kleiner Löffel. Er bringt Süße, Glanz und eine leise Blütennote.
Komplette Übersicht
Dieser Löwenzahnhonig ist ein veganer Blütensirup mit Zitrone und feiner Karamellnote. Er wird aus unbehandelten Blüten gekocht und im Kühlschrank gelagert.
Häufig gestellte Fragen zum Rezept
- Welche Löwenzahnblüten eignen sich am besten?
Nimm voll geöffnete, frisch gepflückte Blüten von unbehandelten Wiesen. Meide Straßenränder, Hundewiesen und Flächen, die gespritzt oder stark gedüngt wurden.
- Muss ich die grünen Kelchblätter entfernen?
Du musst nicht jedes grüne Stück entfernen, aber zu viel Grün macht den Sirup herber. Für einen milderen Löwenzahnhonig zupfst du möglichst viele gelbe Blütenblätter ab und lässt nur wenig Grün im Topf.
- Warum wird mein Löwenzahnhonig zu flüssig?
Dann war die Kochzeit meist zu kurz. Koche ihn noch einmal offen ein und prüfe nach einigen Minuten mit einem kalten Teller. Der Tropfen soll langsam laufen und beim Abkühlen deutlich dicklicher werden.
- Kann ich weniger Zucker verwenden?
Für diese klassische Konsistenz ist viel Zucker nötig. Wenn du deutlich reduzierst, bleibt der Sirup dünner und hält sich kürzer. Lagere ihn dann unbedingt im Kühlschrank und verbrauche ihn zügig.
- Wie lange hält sich Löwenzahnhonig?
Als Kühlschrankaufstrich hält er sich etwa einen Monat, wenn sauber gearbeitet wurde. Nach dem Öffnen immer mit einem sauberen Löffel entnehmen und kühl lagern.
- Wozu passt Löwenzahnhonig?
Er passt zu Brötchen, Pfannkuchen, Porridge, Joghurt, Tee und Zitronendressings. Besonders gut ist er dort, wo du sonst einen milden Honig oder hellen Sirup verwenden würdest.